„Ein Zeichen der Wertschätzung“

Die Kaue des Sauerländer Besucherbergwerks in Ramsbeck ist in die Denkmalliste eingetragen worden. „Das unterstreicht die Bedeutung und historische Einzigartigkeit“, freut sich Museumsleiterin Friederica Ihling. Und auch Bürgermeister Ralf Péus sieht das als „Zeichen der Wertschätzung für unser Besucherbergwerk, auf das wir mit Recht stolz sind“.

Das Kauen- und Verwaltungsgebäude des Erzbergwerks Ramsbeck wurde in den Jahren 1953/55 im Auftrag der Stolberger Zink AG (später Sachtleben Bergbau GmbH) im Zuge der Modernisierung in der „Wirtschaftswunderzeit“ gebaut. Ein Jahr zuvor war der Lokschuppen errichtet worden. Die Grubenbahnbrücke über die Valme ist aus dem Jahre 1955.

Architekt war der überregional bedeutende Architekt Werner Issel (1884-1974) aus Wiesbaden. Er gilt als einer der bedeutendsten Architekten im Industriebau des 20. Jahrhunderts. Gartenarchitekt Gustav Allinger entwarf über die Außenanlagen des Kauengebäudes hinaus einen Park, der sich entlang der Valme erstreckte.

Konkret stehen folgende Gebäudeteile unter Denkmalschutz: das Äußere und Innere der Waschkauenanlage mit Lohnhalle, Verwaltungs- und Nebenräumen, Lokschuppen, Werkstatt, Grubenbahnhof und Bahnbrücke in seiner Gestaltung der Nachkriegszeit, das gesamte bauzeitliche Inventar und Mobiliar sowie die Grubenbahn. Von der ehemals umfangreichen gartenarchitektonischen Anlage gehören die in Resten erhaltene Grünanlage mit Wegeführung westlich und nördlich des Hauptgebäudes und die noch erhaltenen Freiflächen östlich und südlich des Hauptgebäudes dazu. Nicht unter Denkmalschutz stehen das 1998 ergänzte Fördergerüst Aurora in der nördlichen Grünanlage sowie die während der Museumsnutzung 1985 angebaute Maschinenhalle im Osten.

Das Kauen- und Verwaltungsgebäude ist bis auf kleinere Modernisierungen und Änderungen durch die direkte Umnutzung zum Museum weitgehend in der Form der Nachkriegszeit erhalten. Am 27. August 1974 eröffnete in dem Gebäudekomplex das Bergbaumuseum mit einem angeschlossenen Schaubergwerk.

In der Denkmalbegründung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) heißt es unter anderem: „Das ehemalige Erzbergwerk Ramsbeck ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, da es den Höhepunkt und Endpunkt des Bergbaus in Bestwig und in der Region darstellt.“ Außerdem sei es „bedeutend für die Entwicklung von Arbeits- und Produktionsverhältnissen, da es detailliert Auskunft über die Organisation und Funktionsabläufe eines Erzbergwerks der Nachkriegszeit gibt“.

Für das Sauerländer Besucherbergwerk ist die Anerkennung als Industriedenkmal nicht nur ein symbolischer Akt: „Damit eröffnen sich auch ganz andere Möglichkeit für die Sanierung“, betont Friederica Ihling.

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