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Seit 1974 das Erlebnis unter Tage

 

Geschichte des Ramsbecker Bergbaus

Hier erhalten Sie einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Ramsbecker Bergbaus.

1500 vor Christus …?

Ein Wissenschaftler hat in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts die Behauptung aufgestellt, bereits in der Bronzezeit habe es Bergbau in Ramsbeck gegeben. Schon damals soll der Venetianerstollen am Ramsbecker Bastenberg von den Venetern, einem kleinwüchsigen Volksstamm der Illyrer, aufgefahren worden sein. Erkenntnisse aus den letzten Jahren stellen dieses vorchristliche Alter jedoch stark in Frage. Zwar ist der Bergbau deutlich älter als aus dem Jahre 1518, aber Schätzungen zufolge „nur“ in etwa 700 Jahre alt, d.h. aus dem späten Mittelalter.

1518

Für dieses Jahr kann der urkundliche Nachweis für den Abbau von Blei und Zink in Ramsbeck erbracht werden.

1559

Durch Erlaß des Kurfürsten von Köln wird dem Ort Bergfreiheit verliehen. Die Förderung von Blei und Zink bildete seit dieser Zeit die Lebensgrundlage für die Ramsbecker Bevölkerung.

1759

Der Ramsbecker Ausbeutetaler mit Bildnis des Kurfürsten Clemens August und Bergbaumotiv entsteht.

1815

In Ramsbeck werden aus Wirtschaftlichkeitsgründen viele Kleinbetriebe zusammengelegt und die Ramsbecker Gewerkschaft gebildet.

1851-1854

Die Grubenfelder gehen an den „Rheinisch-Westfälischen Bergwerksverein“ über. Europa befindet sich mittlerweile in der vorindustriellen Phase. Der Marquis de Sassenay, Generaldirektor der Gesellschaft für Bergbau und Zinkfabrikation zu Stolberg, wollte durch den Ankauf der Ramsbecker Gruben die Erzbasis seines Unternehmens sichern und den Ramsbecker Raum zu einem der größten Industriezentren Europas ausbauen. Tatsächlich erlebte Ramsbeck durch den Zuzug vieler Bergleute aus dem Wittgensteiner Land, dem Siegerland, aus Sachsen und dem Harz einen erheblichen Aufschwung: neue Dörfer und Straßen entstanden, 25 neue Pochwerke zur Erzaufbereitung wurden errichtet, und in Ostwig begann man mit dem Bau der Friedrich-Wilhelm-Hütte.

Die Anzahl der Beschäftigten erhöht sich von 450 auf über 2.000 Menschen. Obwohl zur Deckung der Kosten monatlich 180.000 Taler benötigt wurden, konnte 1854 ein Nettogewinn von 1.170.000 Francs erwirtschaftet werden. Kurze Zeit später jedoch bestätigen sich die ursprünglichen Zweifel des Verwaltungsrates, denn die Lagerstätte erwies sich als bei weitem nicht so reich wie angenommen. Der Marquis de Sassenay verschwand und hinterließ dem Ramsbecker Unternehmen einen Schuldenberg von 3,5 Mio. Talern. Durch den Zusammenbruch zerschlug sich der Traum von der Weltmetropole Ramsbeck.

1856

Die Belegschaft reduziert sich auf 925 Bergleute. Viele Familien zogen in ihre Heimat zurück, und die Zurückgebliebenen lernten Not und Verzweifelung kennen.

1885

Bis 1885 kann durch die zunehmende Mechanisierung die Förderleistung erheblich gesteigert werden. Die Fördermenge von Blei- und Zinkerzen betrug in diesen Jahren ca. 50.000 Tonnen bei rund 1.100 Beschäftigten.

1933-1955

Nach einer durch die Weltwirtschaftkrise bedingten Einstellung der Erzförderung in den Jahren 1931-1933 konnte die Produktivität ab 1933 durch neue Anlagen erneut kontinuierlich gesteigert werden, so daß 1955 350.000 Tonnen Roherz von rund 600 Bergleuten gefördert werden konnten.

bis 1974

Die letzte grundlegende Betriebsumstellung wurde 1971/72 vorgenommen, als – erstmals in Deutschland – gleislose Ladefahrzeuge in Verbindung mit mobilen, pneumatisch oder elektrohydraulisch betriebenen Bohrwagen im Metallerzbergbau zum Einsatz kamen. Etwa zu dieser Zeit wurden mit rund 450 Mann jährlich ca. 500.000 – 600.000 Tonnen Roherz mit ca. 20.000 Tonnen Blei-/Zinkmetall gefördert. Zum Vergleich: die ersten Aufzeichnungen liegen für das Jahr 1843 vor, als von 40 Bergleuten 851 Tonnen Erz gefördert wurden.

Obwohl die Ramsbecker Grube nach der letzten Betriebsumstellung mit einer Leistung von ca. 10 Tonnen pro Mann und Schicht an der Spitze der deutschen Metallerzgruben lag und noch ein beachtliches Erzpotential vorhanden ist, lohnte sich der Abbau inzwischen nicht mehr, da der Metallgehalt im Roherz zu gering ist, als dass dieser unter den damaligen und heutigen Bedingungen wirtschaftlich gewonnen werden könnte. „Ramsbeck ist reich an armen Erzen.“

Verschiedene Aufwertungen der DM seit 1968 und der gleichzeitige Verfall des englischen Pfundes waren mit entscheidend, dass das jahrhundertealte Erzbergwerk am 31. Januar 1974 geschlossen und in ein Erzbergbaumuseum mit Besucherbergwerk umgewandelt wurde.

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